Ewald Kluge

Der Erinnerungslauf an die Dresdner Autobahnspinne und den größten Weixdorfer Sportler: Ewald Kluge.

Ewald Kluge und die Tourist Trophy

60,725 km lang, 240 Kurven, enge Ortsdurchfahrten, kaum Sturzräume oder Auffangbereiche, ständig sich ändernde Licht- und Sichtverhältnisse, urplötzliche Wetterwechsel und daraus resultierende schwierige Einstellungsverhältnisse für die Motoren, der besonders in den Bergen unberechenbare Wind, dazu Spitzengeschwindigkeiten über 290 km/h (Stand 2002) gefahren auf normalen Landstraßen – das ist sie: die Tourist Trophy auf der Isle of Man.

Es gibt keine Rennstrecke auf der Welt, die so viel Respekt und fahrerisches Können abverlangt wie dieser Kurs. Von 1907 bis zum Jahre 1936 gingen die Siegestrophäen ausschließlich in britische Hände. Erst 1937 gelang es dem Italiener Tenni in der Lightweight-Klasse die Siegesphalanx der Briten zu durchbrechen. Nachdem DKW schon 1937 durch gute Platzierungen angedeutet hatte, wozu sie fähig waren, fuhr ein Mann im Jahre 1938 in der Lightweight-Klasse alles in Grund und Boden, was sich ihm bei dieser Siegesfahrt in den Weg stellte. Es war der DKW-Werksfahrer Ewald Kluge, der den Zweiten seiner Hubraumklasse Ginger Wood um ca. 11 Minuten hinter sich ließ. Damit war E. Kluge der erste Deutsche, dem hier auf dieser außergewöhnlichen Rennstrecke ein Sieg gelang.

Auch wenn man in Betracht zieht, dass die gefahrene Gesamtstrecke ca. 420 km (7 Runden) betrug, so erregte dieser Abstand zwischen Sieger und Zweitplatziertem riesiges Aufsehen in der Motorsportwelt und vor allem im sportbegeisterten Großbritannien. Immerhin passierte dies in einer Sportart, in der es üblicherweise um Meter und Sekunden geht.

Der Lausaer (Lausa - Ortsteil von Weixdorf bei Dresden) Ewald Kluge, der auch nach seiner Übersiedlung nach Ingolstadt nie den Kontakt zu seiner Heimat abreißen ließ, nimmt in der Reihe der deutschen Motorsportberühmtheiten eine Ausnahmestellung ein. Im Zenit seines Könnens mit dem Gewinn des Europameistertitels und dem Titel „Meister der Meister“ stoppte der 2. Weltkrieg seine Laufbahn und raubte ihm die Jahre, die zu seinen größten hätten werden können, sei es auf zwei oder auf vier Rädern.

Nach dem Krieg hielt Ewald Kluge seiner Marke die Treue und setzte wieder mit der DKW RM 350, der sog. „Singenden Säge“ Glanzpunkte auf den Rennstrecken. Es spricht für den Menschen Ewald Kluge, dass er ein verlockendes Angebot von NSU damals aus Gründen der Treue und Verbundenheit mit seiner alten Firma DKW ablehnte. Die Zeit, wo allein das Geld im Sport zählt, wo mäßig begabte Fahrer sich in eine Weltmeisterschaft „einkaufen“ können oder wo Maschinen individuell an den Fahrstil des Fahrers angepasst werden, war noch nicht gekommen. Neben allen wirtschaftlichen und politischen Interessen stand zu jener Zeit an der Spitze eines Wettbewerbes immer noch der sportliche Geist, und die Fahrer wurden von den Herstellerwerken allein aufgrund ihrer Leistungen ausgewählt und mit Werksmaterial ausgestattet. Ewald Kluges Sieg auf der TT stellt einen Meilenstein in der Geschichte des deutschen und des internationalen Motorradrennsportes dar, und wir tun gut daran, die Erinnerung an diese sportliche Großtat nicht verblassen zu lassen.

Mit dem Jahr 2013 jährt sich nun zum 75. Mal diese sportliche Großtat und es ist den Veranstaltern eine Ehre, mit einer Veranstaltung im Rahmen des ADMV-Klassik-Cups zusammen mit den Angehörigen der Familie Kluge, dem Vizeweltmeister von 1956 August Hobl (E. Kluges Nachfolger), ca. 150 Motorradrennfahrern und einer großen Anhängerschar des Motorrennsportes dieses Jubiläum hier in Weixdorf feiern zu können.

Ewald Kluge Eiche

Am 26.04.2013 gab es ein historisches Ereignis. Eine Eiche wurde zu Ehren von Ewald Kluge gepflanzt.

Am Ewald Kluge Denkmal soll der Baum stehen.
Die Äppelbaumfichte kommt mit schweren Gerät!
Der Baum sitzt!
Die Pfähle werden eingschlagen.
Viele Hände... schnelles Ende.
Das Bild sagt alles.
Volker, Thomas, Jürgen, Peter, Gunther MeninBlack
Die Taufe ist vollzogen: EWALD KLUGE EICHE
Der letzte Schliff vom Chef und es ist vollbracht