MOTORRADRENNSPORT IN WEIXDORF
Alte Moritzburger Str. | 7./8. Mai 2022

70 Jahre Autobahnspinne - Motorradsport in Weixdorf

Das Datum für 2022 steht fest.

Wir freuen uns, den geplanten Termin für den Autobahnspinne Wettbewerb 2022 bekannt zu geben. Dem Corona-Virus zum Trotz hoffen wir, am 07.-08. Mai 2022 das 70 Jährigen Jubiläum der Autobahnspinne nachzuholen und eine tolle Veranstaltung durchführen zu können.

Ausschreibungsunterlagen 2022

Kurzausschreibung pdf, 313kb
Nennung pdf, 111kb

Bitte downloaden, in Druckbuchstaben und leserlich ausfüllen und zurück schicken! Die Nennung ist ab sofort möglich. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation erfolgt die Bestätigung erst zu einem späteren Zeitpunkt - wir bitten um Verständnis.

Das nachgeholte Jubiläum - 70 Jahre Dresdner Autobahnspinne

Erinnerungen an eine Rennstrecke
ein Kommentar von Jürgen Ehrhardt

Mit den Erfolgen, die deutsche Rennfahrer mit deutschem Material (und dem damit verbundenen Propagandarummel) in der Zeit des Dritten Reiches einfuhren, wurde für die Wertschätzung des Motorsportes bei der Bevölkerung in Deutschland eine Grundlage geschaffen, von der man noch lange in der Nachkriegszeit zehren konnte. Namen, wie Bernd Rosemayer, Hans Stuck, Rudolf Caracciola oder auch Ernst Henne, Ewald Kluge und Georg Meier waren auch Leuten geläufig, die sich im Sportteil der Zeitungen fast ausschließlich dem Fußball widmeten.

So ist es nur allzu erklärlich, dass nach Ende des zweiten Weltkrieges und ersten Aufräumungsarbeiten sich eine Reihe von ehemaligen Aktiven und Enthusiasten zusammenfand, um wieder Rennen zu fahren. Man holte aus den Schuppen und Garagen, was man über den Krieg gerettet hatte, und nun begann die Suche nach Straßen, auf denen man evtl. Rennen fahren könnte. Man befuhr alles, was die Überbleibsel des Krieges an einigermaßen geeigneten Strecken boten: Pferderennbahnen, Radrennbahnen, Landstraßen, Autobahnabschnitte u.v.a.m.. Es war die Zeit, wo man sich noch um die Einheit Deutschlands bemühte und Losungen wie „Deutsche an einen Tisch“ o. ä. auf Spruchbändern und in den Rennprogrammen zu finden waren. (Bis zum Jahre 1950 trug man noch gesamtdeutsche Meisterschaften im Motorrennsport aus).

Mit dem 1. Ruhestein-Bergrennen im Schwarzwald fand im Juli 1946 das erste Nachkriegsrennen in Deutschland statt und brachte auf Anhieb 40000 Zuschauer an die Rennstrecke. In der sowjetischen Besatzungszone (Ostdeutschland) brauchte man etwas länger, da hier private Initiativen eingeschränkt wurden und derartige Veranstaltungen dem Wohlwollen der SMAD (Sowjetische Militäradministration) unterlagen (z. B. Schleiz), oder die Leitung der Veranstaltung in die Hände systemgerechter Vereine gelegt werden musste (z.B. Sachsenring). Aber 1948 war es dann auch im Osten soweit: Am 17. Oktober 1948 startete man in Schleiz zu einem sog. „Vergleichsrennen“ , dem ersten Rennen in der SBZ (Sowjetische Besatzungszone). Nachdem 1949 der Sachsenring nachgezogen hatte und 1950 mit 480000 Zuschauern einen bis heute ungeschlagenen Zuschauerrekord aufstellte (und damals zählte man nicht wie heute drei Tage zusammen!) suchte man nach weiteren geeigneten Rennkursen. Im Dresdner Raum soll es neben anderen Fahrern der Cossebauder Rennfahrer Helmut Zimmer gewesen sein, der die Idee äußerte, den Bereich des Autobahndreiecks Dresden Nord als Rennstrecke zu nutzen. Durch die Schaffung einiger fester Übergänge über den Grünstreifen (es gab damals noch keine Leitplanken) kam es zu einer Rennstrecke, die schließlich aufgrund ihrer Streckenführung die Bezeichnung „Autobahnspinne“ erhielt. Die relativ gut erhaltene Autobahnbetondecke galt zu dieser Zeit als ein fast idealer Fahrbahnbelag für Rennsportzwecke. Mit einer Streckenlänge von 6,443 km (später 5,3 km) entsprach sie den damals üblichen Distanzen für Rundstrecken. Mit zwei Ausnahmen (1956 und 1968) diente sie nun von 1951 bis 1971 der Durchführung internationaler Motorrad- und Wagenrennen. Fahrerisch galt der Kurs als nicht besonders herausfordernd, jedoch war die Wahl der richtigen Übersetzungen aufgrund der Spitzkehren und langer Geraden nicht gerade einfach. Knifflig war es für die Fahrer lediglich im sog. „Karussell“, einem fast kreisrunden Streckenteil, der zudem noch mit Granit – Kleinpflaster als Fahrbahnbelag versehen war. Für die Zuschauer war natürlich, speziell bei den Seitenwagenrennen, dieser Streckenabschnitt der wohl attraktivste.

Es gibt so manche Story, die die Augen derer, die sie miterlebten, heute noch zum Glänzen bringen. So gab es zwei sog. „tote Rennen“ (zeitgleiches Überqueren der Ziellinie der ersten beiden Fahrzeuge), 1952 waren dies in der Klasse bis 500 ccm Karl Rührschneck und Rudi Knees, und 1954 schafften Gleiches die Gespanne Faust/Remmert und Pusch/Pöschel. Im Jahre 1952 musste Ex – Europameister Ewald Kluge einen sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand geben, weil er den Kerzenschlüssel für einen erforderlichen Kerzenwechsel verloren hatte. Oder man erinnert sich an Heinz Melkus, der hier als Zuschauer die Initialzündung für seine Laufbahn als Autorennfahrer erhielt. Einmalig dürfte wohl auch die Fahrt von Kurt Ahrens gewesen sein, der eine auf einem Strohballen ablegte Feuerwehrjacke mit der Vorderachse „erwischte“ und damit dann seine Runden drehte. Auch die Absprache zur Renntaktik zwischen Wolfgang Küther und dem Schweden Freddy Kottulinsky, um Küther den DDR -Meistertitel zu sichern, hat da ihren Platz. Am Rande wäre da auch noch erwähnenswert, dass der Start des Westberliner Seitenwagenfahrers Karli Pusch 1954 beinahe verhindert worden wäre. Er hatte bei einer Imbisspause während der Anreise auf der Autobahn zusammen mit der leergewordenen Verpackung seiner „Stullen“ die gesamten persönlichen Dokumente in den Papierkorb des Autobahnrastplatzes geworfen. Ein „Freund und Helfer“ der Volkspolizei wurde da zum Retter. Die traurigste Erinnerung ist schließlich der Unfall des Wagenrennfahrers Manfred Lesche 1971, bei dem ein Zuschauer um das Leben kam.

Hört man heute von den Zuschauerzahlen, so ist es kaum vorstellbar, dass in den ersten, noch fernsehlosen Jahren, zwischen 120000 und 150000 Leute die Rennstrecke bevölkerten. Das Thema Sicherheit spielte für Fahrer und Zuschauer eine recht untergeordnete Rolle. Die Rennbetrachter saßen direkt an der Strecke (d.h. auf dem Grünstreifen, der sich zwischen den Fahrbahnen befand), oder auf Tribünen.

Beim ersten Rennen 1951 waren beim Veranstalter 650 Nennungen eingegangen, von denen aus zeitlichen Gründen 380 bestätigt werden konnten. Man fuhr in den Leistungsklassen Nachwuchs, Ausweis und Lizenz; und um möglichst vielen Fahrern eine Startmöglichkeit zu geben, ließ man z.B. die Klasse B bis 350 ccm Lizenz zusammen mit der Klasse A bis 250 ccm Lizenz starten. Dabei erhielten die Fahrer der 350 er Klasse einen blauen Helmüberzug und die der 250er einen roten. Jeweils 5 Läufe pro Samstag und Sonntag wurden von den Fahrern der Motorräder, Seitenwagengespanne und Rennwagen den Zuschauern präsentiert. In Anbetracht der damaligen technischen Möglichkeiten war dies eine gewaltige organisatorische Leistung. 1955 fuhr man auf einem leicht veränderten Kurs (sog. Kleine Autobahnspinne), da es in einigen Streckenbereichen zu Fahrbahnschäden (Plattenhebungen) gekommen war. Vermutlich aus gleichem Grund fiel das 56er Rennen aus. Auch das geplante Rennen 1968 musste aufgrund der politischen Situation (Prager Frühling) abgesagt werden. Was die Internationalität des Fahrerfeldes anbetrifft, so konnte sich die „Spinne“ natürlich nicht mit dem Sachsenring oder dem Schleizer Dreieck messen, jedoch brachten im Laufe der Jahre ca. 15 Länder ihre Fahrer zur Dresdner Autobahnspinne. Immerhin tauchen in der Liste der Starter solche bekannte Namen auf wie Luigi Taveri, Bob Coulter, Ginger Molloy, Kent Andersson, Freddy Kottulinski,oder die deutschen Kurt Ahrens sen. und jun., Deubel/Höhler, Schneider/Strauß, Faust/Remmert, Fath/Wohlgemut, Camathias/Föll, Butcher/Schmidt, Luthringshauser/Vester und der WM -Dritte Heinz Rosner. Mit dem Bau der Berliner Mauer brach die BRD die sportlichen Beziehungen zur DDR ab. Damit waren Starts von westdeutschen Fahrern nicht mehr möglich.

Das letzte Rennen auf der Dresdner Autobahnspinne fand 1971 statt. Aus den unterschiedlichsten Gründen wurden danach die Rennen auf Autobahnkursen eingestellt (Bernauer Schleife 1973, Bautzner Autobahnring 1974). Ihre Zeit war abgelaufen. In der Erinnerung derer, die sie miterleben konnten, bleiben sie ein von besonderem Flair geprägtes Stück deutscher Motorsportgeschichte.

Rückblick auf die Veranstaltung 2019

Ein tolles Wochenende liegt hinter uns. Bilder, Berichte und Ergebnislisten finden Sie hier:

>> Autobahnspinne 2019

Autobahnspinne 2019 in Weixdorf, Fotograf: J. Brückner
Autobahnspinne 2019 in Weixdorf, Fotograf: J. Brückner
Autobahnspinne 2019 in Weixdorf, Fotograf: J. Brückner
Autobahnspinne 2019 in Weixdorf, Fotograf: J. Brückner

Das neue Fahrerlager

Da uns in diesem Jahr die Flächen des alten Fahrerlagers nicht mehr zur Verfügung stehen, wird das Fahrerlager an neuer Stelle errichtet ( Nähe „Am Hornsberg“).

Wichtige Hinweise zur Anreise und Zufahrt:

Bitte beachten Sie die veränderten Verkehrsführungen, die sich durch die Autobahnbauarbeiten an der Anschlussstelle Marsdorf sowie aufgrund unserer Veranstaltung ergeben:

- Die Zufahrt zum Fahrerlager muss grundsätzlich über die Ortschaft Marsdorf erfolgen!
- Die Ausfahrt Marsdorf aus Richtung Berlin sowie die Auffahrt Marsdorf Richtung Dresden sind ab Montag, den 09. März 2015 bis Ende des Jahres gesperrt. Die Anreisenden aus Richtung Berlin werden gebeten, die Abfahrt Radeburg zu benutzen, um von dort aus über die Ortschaft Marsdorf die Rennstrecke bzw. das Fahrerlager zu erreichen.

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